Dez 10

Massive Erhöhung der Studiengebühren in England

Veröffentlicht von bildungsstreik wetterau

Mit 323 zu 302 Stimmen hat das britische Parlament beschlossen, die Studiengebühren von bisher 3000 Pfund auf bis zu 9000 Pfund zu erhöhen. Die Höhe sollen die Unis künftig selbst bestimmen können, sie beträgt mindestens aber 6000 Pfund. Damit sind die Studiengebühren mindestens verdoppelt, in der Realität wohl eher verdreifacht worden.

Dieser Beschluß ist teil einer weitreicherenden Uni-Reform. Öffentliche Zuschüsse für die Lehre sollen um 80 Prozent gekürzt werden, die Hochschulen sollen künftig zu 60 Prozent aus privaten Geldern finanziert werden.

In London kam es daraufhin zu Demonstrationen: Unter anderem durchbrachen Studierende Polizeiketten und besetzten den Platz vor dem britischen Unterhaus. Auch eine Limosine von Prince Charles und seiner Frau Camilla wurde angegriffen – sie ließen sich in der Nähe der Demonstration durch die Gegend kutschieren. Nach Polizeiangaben wurden mindestens 43 Demonstranten und zwölf Polizisten verletzt.

Wir stehen in voller Solidarität zu den britischen Protesten. Freie Bildung für alle – Gegen Studiengebühren und alle anderen Ausgrenzungsmechanismen! Grenzenlose Bildung für eine grenzenlose Welt!

Nov 24

Danke für die warmen Worte

Veröffentlicht von bildungsstreik wetterau

1 Jahr Casino Räumung – Nichts hat sich geändert!

Demonstration 02.12.2010 18 Uhr Cafe KOZ Campus Bockenheim

Ein Jahr nach den Protesten von Studierenden in ganz Europa hat sich an der Situation der Hochschule nichts Nennenswertes verbessert.

Im Gegenteil: Durch neue Einsparungen hat sich die Bildungsmisere verschärft, während sich die Folgen von Bologna, Stiftungsuni, Elitenbildung und blindem Leistungswahn weiter manifestieren.

Hinter der Fassade der schillernden Frankfurter Stiftungsuni stößt man allerorts auf prekäre Beschäftigung: miserable Studienbedingungen, undemokratische Strukturen, Leistungs- und Konkurrenzwahn. Als im letzten Winter Studierende gegen diese Zustände protestierten, wurden sie vom Campus geprügelt und mit warmen Worten ruhiggestellt. Dass dabei die simulierte Mitbestimmung in den “Bologna-Werkstätten” ein schlechter Ersatz für eine demokratisch verfasste Hochschule ist, verdeutlicht auch die aktuelle Gestalt des Wissenschaftbetriebs. Die Qualität von Wissenschaft wird an dem Profit gemessen, den sie verspricht. Kritische Positionen werden verdrängt, während Stifter über die inhaltliche Ausrichtung von Professuren entscheiden.

Im Bildungsbereich zeigt sich einmal mehr, was derzei gesamtgesellschaftliche Tendenz ist: Proteste werden ignoriert, ausgesessen oder wahlweise kriminalisiert und mit Polizeigewalt aus der Welt geschafft.

Die leeren Versprechungen ändern nichts an den Ursachen des Widerstands.

DANKE FÜR DIE WARMEN WORTE – aber die Kritik der letzten Jahre behält volle Gültigkeit.

kompletter Aufruf hier

Okt 12

“Heraus gegen den hessischen Unternehmertag 2010″

Veröffentlicht von bildungsstreik wetterau

Unter diesem Motto wird am 26. Oktober um 19Uhr am Wiesbadener Bahnhof eine Demonstration verschiedener sozialer Bewegungen starten. Die Demonstration richtet sich gegen aktuelle nicht hinzunehmende Arbeitsbedingungen und Sozialkürzungen in allen wichtigen Gesellschaftsbereichen, so auch der Bildung.

Wie in verschiedenen Reden auf unserer kreis-weiten Demonstration aller Wetterauer Schüler_innen in Friedberg bereits klar wurde, sehen wir uns als basisdemokratische und universalistische Bewegung an. Das heißt: wir reduzieren unsere Forderungen nicht allein auf den Bildungssektor, sondern verstehen die Defizite, die uns als Schüler_innen betreffen, als allgemein gesellschaftlichen Missstand, den es zu lösen gilt.

Unsere Rechte in demokratischer Mitbestimmung und menschlichen Selbstverständlichkeiten, werden nicht nur als Schüler_innen beschnitten, sondern verfolgen uns unser Leben lang.

Gerade aus der Schule gekommen müssen wir als kostenlose Praktikant_innen volle Arbeit in Betrieben leisten oder müssen die erniedrigsten Arbeiten ausführen, um unser Studium finanzieren zu können. Von dem mageren Gehalt, dass wir als Azubis bekommen, müssen wir unsere täglichen Fahrten bezahlen, unsere Arbeitsmaterialien sowie unsere Arbeitskleidung. Am Monatsende sieht es dann sehr mager aus, während die Firma oder der Betrieb volle Gewinne einstreichen.

Und auch später sieht es kaum besser aus. Der Leistungsterror und das Kaputt-Arbeiten wird sich bis in unser hohes Alter fortsetzen. Womöglich werden wir in Zukunft bis 67 schuften müssen, bei immer weniger Rente und sozialer Absicherungen.

Und was hat nun der Hessische Unternehmertag damit zu tun?

Menschliche Gesellschaften sind immer von Menschen gemacht und können verändert werden. Zum Guten, wie auch zum Schlechten. Eine natürliche menschliche Natur gibt es nicht, Philosophen sprechen diesbezüglich von einem “naturalistischen Fehlschluss”, denn so wie es ist, muss es nicht sein!

Das dem so ist, zeigt der massive Abbau sozialer Strukturen von Oben, eben von den hessischen Unternehmerverbänden.

Auf der Seite der freien Gewerkschaft FAU (www.fau.org) heißt es:

“Der Verband hessischer Unternehmer ist mit seiner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit stets an vorderster Front, wenn es darum geht die Interessen des Wirtschaftsstandortes gegen die Bedürfnisse der meisten Menschen durchzusetzen. Und der VhU ist damit erfolgreich.”

Erfolgreich waren die Unternehmerverbände in der Vergangenheit, das lässt sich nicht leugnen. Doch wir können den Spieß auch umdrehen und Verhältnisse schaffen, die uns ein freies Leben ermöglichen. Wir können die Gesellschaft auch von unten verändern. Deswegen unterstützen wir die Demonstration im Namen der Bildungsstreik-AG-Wetterau und rufen alle Schüler_innen dazu auf, sich an den Protesten zu beteiligen.

Es ist in unserem Sinne, dort wird unsere Zukunft gestaltet.

Direkt, demokratisch und laut.

Dienstag,

26. Oktober

19 Uhr

Bahnhof Wiesbaden

Aug 13

In den letzten 10 Jahren haben Studierende, Schüler_innen, Lehrer_innen, Eltern und Lohnabhängige auf der ganzen Welt gegen die zunehmende Kommerzialisierung und Privatisierung öffentlicher Bildung protestiert und sich für freie und emanzipatorische Bildung eingesetzt.

Dieses Jahr werden Menschen ihren Kampf auf internationaler und globaler Ebene im Rahmen der “Globalen Aktionswelle für Bildung” vereinen.

Viele von uns nutzen die “International Student Movement” als eine selbstverwaltete Plattform, welche initiiert wurde, um den Austausch von Informationen, eine Vernetzung sowie die Koordinierung von Protesten auf internationaler und globaler Ebene zu ermöglichen. Wir streben nach Strukturen, welche basisdemokratisch und nichthierarchisch organisiert und von kollektiven Diskussionsprozessen und Aktionen geprägt sind. Es steht allen offen, die sich mit dem Kampf gegen die Privatisierung öffentlicher Bildung und für freie und emanzipatorische Bildung identifizieren, sich auf dieser Plattform einzubringen und sie mitzugestalten!

Lese den ganzen Eintrag »

Jul 21

Bundesweites Vernetzungstreffen in Berlin

Veröffentlicht von bildungsstreik wetterau

Es geht weiter…

Vom 6. bis 8. August 2010 lädt Berlin zur bundesweiten Bildungsstreikkonferenz (aka Vernetzungstreffen) ein. Wir wollen Fragen, die sich viele lokale Bündnisse, Gruppen und Einzelpersonen stellen, gemeinsam auf bundesweiter Ebene diskutieren: Wo steht der Bildungsstreik gerade, geht es weiter, wenn ja: wie und wer macht mit?

Die Berliner Vorbereitungsgruppe hat dazu Räume auf dem Campus der TU Berlin organisiert, kümmert sich um Infrastruktur, Verpflegung und dergleichen.

Bitte schickt, wenn ihr kommen wollt, eine Anmeldung an
bildungsstreik.konferenz.berlin@googlemail.com – insbesondere falls ihr einen Schlafplatz benötigt und keine Bekannten in Berlin habt.

Wenn ihr als Bündnis/Gruppe zur Konferenz kommt, reicht uns natürlich eine Mail für alle. Im Idealfall schreibt ihr dann auch gleich, wenn ihr eine Mitfahrgelegenheit anzubieten habt, damit wir das an andere Interessierte weitersagen können. Letzteres könnt ihr unkompliziert als Kommentar zu diesem Artikel hier hinzufügen.

Sendet uns auch gerne Diskussionspapiere. Wir werden sie auf bildungsstreik.net veröffentlichen und auf ihrer Grundlage versuchen, einen Tagesordnungsvorschlag zu erarbeiten.

Wir sehen uns im August!

Konferenz AG
des Berliner Bildungsstreik-Bündnisses

Jul 15

Video

Veröffentlicht von bildungsstreik wetterau

Mittlerweile gibt es ein Video von der Demo in Friedberg

Jun 30

Bildungsstreikdemo in Friedberg

Veröffentlicht von bildungsstreik wetterau

Auf der gestrigen Demonstration der Bildungsstreik AG fanden sich unter dem Aufruf „Ya Basta! Es Reicht! Freie Bildung statt Zwang und wirtschaftliche Verwertungslogik!“ etwa 300 Menschen ein.

Bei der Zwischenkundgebung (Rede der Bildungsstreik AG) vor dem Schulamt stürmte eine kleine Gruppe in dieses hinein und verlieh den Forderungen durch eine eher symbolische Besetzung des Eingangsbereiches noch etwas Nachdruck.

Skandalöses Verhalten durch LehrerInnen erfolgte dann an der Adolf-Reichwein-Schule. Mit Lügen (angeblich habe man von der Demonstration gar nichts gewusst) wurde hier versucht, körperlichen Einsatz und das Einsperren hinter einem Gitter gegen SchülerInnen, welche sich an der Demonstration beteiligen wollten, zu rechtfertigen. Abgesehen von der Lügerei (» Wir haben die Schulleitung informiert«, so Kreisverbindungslehrer Sascha Abel, sowie mehrere Plakate direkt vor der Schule) ist dieses Verhalten in unserem Verständnis prinzipiell nicht akzeptabel. Wir werden besonders an der Adolf-Reichwein-Schule noch für die Verbreitung unserer Inhalte sorgen.

Nach einem recht langen Weg durch die Innenstadt endete die Demonstration dann mit einer Abschlußkundgebung (Reden von DFG-Vk, Landesschülervertretung und Verdi) und etwas Musik auf der Seewiese.

Trotz der großspurigen Ankündigung von JN/NPD, sich an der Demo zu beteiligen, zeigten sie gestern wieder ihr wahres Gesicht: In Sachen Bildung glänzen sie durch komplette Abwesenheit. 3 Aufkleber an Laternenmasten stellen wohl die interlektuelle Speerspitze der „nationalen Opposition“ dar.

Redebeiträge sowie weitere Fotos findet ihr, wenn ihr den Links folgt.

Weitere Berichterstattung:

Wetterauer Zeitung

hr-online

Kreisanzeiger

FNP

Jun 29

Auflagen

Veröffentlicht von bildungsstreik wetterau

Zum Lesen anklicken! Der Veranstalter behält sich das Recht vor, TeilnehmerInnen die gegen die Auflagen verstoßen oder anderweitig stören, aus der Demo entfernen zu lassen!

Jun 21

Rechtsextremisten im Bildungsstreik?

Veröffentlicht von bildungsstreik wetterau

Auf den Seiten der NPD-Wetterau sowie der JN Hessen wird angekündigt, dass sich die Rechtsextremisten an unserem Bildungsstreik beteiligen wollen. Wir lehnen jede Beteiligung von Rechtsextremisten an unserer Demonstration ab, da wir keine antidemokratischen und antiemanzipatorischen, rückwärtsgewandten Ideologien akzeptieren können. Die Beteiligung von Rechtsextremisten an der internationalen Bewegung für eine bessere Bildung wäre eine Beleidigung gegenüber unseren Zielen.

Wie steht die JN zu Bildung?

Auf der Homepage der hessischen JN gibt es keine Programmatik als eigenständige Jugendorganisation zu lesen. Sucht man nach dem Stichwort „Bildung“, so erhält man auch keine nennenswerten Ergebnisse. Das Verteilen von Rechtsrock-CD´s wird hier offenbar als Bildungsarbeit verstanden.

Bei der Mutterpartei gibt es auf 20 Seiten Parteiprogramm immerhin einen Punkt der sich auf fast einer Seite mit dem Thema „Bildungswesen“ auseinandersetzt. Interessanterweise übersteigen die komplett leeren Seiten dies um ein Vielfaches.

Dementsprechend dürftig fallen dann auch die Argumente aus. In „Anerkennung (…) der natürlichen Ungleichheit der Menschen“ möchte die NPD ein elitäres Schulsystem aufbauen. Wer hier durchfällt, darf sich auf dem zweiten Bildungsweg (das heißt in der Regel privat finanzierte Abendschule) versuchen der Elite anzunähern.

An anderer Stelle wird „die Einführung getrennter Schulklassen von Deutschen und Ausländern“ gefordert.

In einem „Maßnahmenkatalog“ soll anhand von fiktiven Radiomeldungen gezeigt werden, wie sich eine NPD-Regierung verhalten würde. Man liest hier sehr viel über Ausländer, nach nichtmal einem Jahr hätten wir in ihren Vorstellungen knapp 3 Millionen weniger in Deutschland. Die Worte „Bildung“ oder „Schule“ sucht man vergebens. „Lehrmittelfreiheit“ hat man wenigstens in einem halben Satz irgendwo zwischengeschoben.

Auch die Verurteilung der Uni-Besetzungen in Frankfurt von Seiten der NPD Hessen steht wie das Programm der Partei krass im Gegensatz zu unseren Zielen, denn gerade diese Besetzungen waren ein Versuch eine andere Art von Universität und Bildung in die Praxis umzusetzen.

Was diese Ansichten nun mit freiem Bildungszugang für alle Menschen, einer unserer Hauptforderungen, gemeinsam haben, erschließt sich wohl nur solchen Insidern, die sich schon ihr komplettes Leben im Bildungsstreik befinden.

Erst vergangene Woche stellte die NPD/JN ihr „Demokratie“-Verständnis unter Beweis, als sie zusammen mit bekannten Schläger-Gruppen aus Wetzlar und dem Schwalm-Eder-Kreis, gegen einen Infovortrag der Antifaschistischen Bildungsinitiative Wetterau e.V. demonstrieren wollte. Der NPD ist es wohl entgangen, dass auch der Kreisschülerrat als Vertretung der SchülerInnen der Wetterau ein Kooperationspartner dieser Veranstaltung war. Dass sich die NPD und ihre Jugendorganisation dann als „politische Jugendbewegung“ in dem „Dienst der Jugend“ sieht, dürfte hinfällig sein.

Auf ihrer Internetseite heißt es weiter: „Es erfolgt daher der Appell über die Grenzen der weltanschaulichen Lager hinweg“. Wir sagen deutliches NEIN zu einer Zusammenarbeit mit rechtsextremen Ideologien und deren Vertretern. Wir lehnen Antisemitismus, Rassismus und Führerprinzip ab!
Was der Nationalsozialismus unter Bildung verstand und versteht, mussten zu viele Jugendliche aus ganz Europa schmerzlichst erfahren. Hierbei sei auf das Jugend-Konzentrationslager in Moringen hingewiesen, in welches Jugendliche gesperrt und systematisch gequält wurden, weil sie sich nicht in der barbarischen Diktatur der Nazis zurechtfinden wollten oder konnten.

Unser YA BASTA gilt auch euch! Bleibt zu Hause. Ihr und eure reaktionäre „Bewegung“ werden gar nichts verändern.

Wir sind die Zukunft! Bildungsstreik AG Wetterau

Jun 10

85.000 Menschen demonstrieren

Veröffentlicht von bildungsstreik wetterau

In ganz Deutschland gab es gestern zum bundesweiten Aktionstag Demonstrationen gegen die Bildungspolitik. Insgesamt gingen rund 85.000 Menschen auf die Straße. Hierunter waren nicht nur SchülerInnen und StudentInnen – auch Auszubildende und Angestellte der Bildungseinrichtungen demonstrierten mit.

Hessen war natürlich mit dabei. So gingen in Kassel etwa 2000, in Wiesbaden 800 und in Frankfurt zwischenzeitig auch knapp soviele protestieren. Zu weiteren Demonstrationen kam es unter anderem noch in Marburg, Oberursel und Bensheim, in Gießen gab es ein Protestgrillen.

Das aktuelle Hauptstreikthema in Hessen sind die 79 Millionen Euro Kürzungen an Unis und Schulen. Die wahren Probleme sind selbstverständlich tiefer gehender Natur.


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